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Dünningsbruch fragt – Politik antwortet

Worum geht es?
Die Stadt Hagen plant die Errichtung einer neuen Gesamtschule mit Sportanlagen im Gebiet „Im Dünningsbruch“. Am 25. Februar wurden alle Ratsfraktionen um eine klare Positionierung hierzu anhand von drei Fragen gebeten. Ziel ist es, die politischen Haltungen transparent und vergleichbar darzustellen.

Auf die Anfrage wurden bislang Antworten von fünf Fraktionen des Rates der Stadt Hagen übermittelt: CDU, SPD, FDP, AFD und Bündnis 90/Die Grünen. Von den übrigen im Rat vertretenen Fraktionen und Gruppen liegt bisher keine Rückmeldung vor.

Die drei Fragen im Überblick

1. Wie steht Ihre Partei zur geplanten Bebauung „Im Dünningsbruch“ mit einer Gesamtschule und Sportanlagen – und auf welchen Argumenten beruht diese Position?

2. Unterstützt Ihre Partei alternativ die Idee, das Gebiet als Naturpark oder Naherholungsgebiet dauerhaft zu sichern?

3. Wie beurteilen Sie die aktuellen Vorabmaßnahmen und das Vorgehen der Wirtschaftsbetriebe – und wie möchten Sie zukünftig sicherstellen, dass Entscheidungen transparent und unter Einhaltung demokratischer Beteiligungsverfahren getroffen werden?

Die gestellten Fragen und die Antworten der Fraktionen

Frage 1: Wie steht Ihre Partei zur geplanten Bebauung „Im Dünningsbruch“ mit einer Gesamtschule und Sportanlagen und auf welchen Argumenten beruht diese?

CDU Hagen

Die CDU-Fraktion gibt an, das Bauvorhaben an dieser Stelle zunächst nicht favorisiert zu haben. Ausschlaggebend für die Zustimmung sei jedoch die nachvollziehbare Darstellung der Verwaltung gewesen, dass ein akuter und kurzfristiger Bedarf an Schulraum bestehe. Im Rahmen eines öffentlichen Verfahrens habe die Verwaltung mit dem Rat und seinen Fachausschüssen mögliche Flächen geprüft. Die CDU habe diesen Prozess aktiv mit eigenen Vorschlägen begleitet.

Entscheidende Kriterien seien laut CDU gewesen:

  • Verfügbarkeit der Fläche

  • Schnelligkeit der Planverfahren

  • Verkehrsanbindung

  • Nähe zur erwarteten Schülerschaft

  • Vermeidung von Störungen des Schulbetriebs durch äußere Einflüsse

Das Grundstück „Im Dünningsbruch“ sei letztlich das einzige stadteigene Gelände, das groß genug sei, verkehrlich gut angebunden und schnell bebaubar. Ein weiterer Vorteil sei die Möglichkeit, mit der Hagener Entwicklungsgesellschaft (HEG) als Tochter der WBH zu planen und zu bauen – was den Prozess beschleunige.

Deshalb habe sich die CDU „gegen Ende der Debatte“ dem Standort nicht mehr entziehen können. Die Fraktion habe der Entscheidung schließlich zugestimmt – auch, weil sie sich der Verantwortung gegenüber der Schulpflicht und dem Handlungsdruck bewusst sei.

Die SPD-Ratsfraktion unterstützt die geplante Bebauung des Dünningsbruchs mit einer Gesamtschule. Sie begründet ihre Zustimmung mit der jahrelangen, intensiven Suche der Schul- und Bauverwaltung nach geeigneten Flächen im Stadtgebiet – eine Suche, die laut SPD „keine bahnbrechenden Ergebnisse“ erbracht habe. Deshalb habe sich die Fraktion im Rahmen der Schulentwicklungsplanung gemeinsam mit dem Rat für den Neubau einer Gesamtschule am Dünningsbruch entschieden.

Die SPD weist darauf hin, dass viele andere Flächen und Gebäude bereits für Schul- oder Kitazwecke genutzt oder angepasst werden – darunter das ehemalige Marienhospital, eine alte Polizeiwache, die Bundesbank an der Körnerstraße oder die Erweiterung bestehender Schulstandorte. Kritisch äußert sich die SPD gegenüber Vorschlägen aus der Bürgerschaft, da viele der benannten Standorte entweder zu weit außerhalb liegen, bereits schulisch genutzt werden oder aus Eigentumsgründen nicht zur Verfügung stehen (z. B. das ehemalige Arbeitsamt).

Zur Fläche selbst verweist die SPD auf den geltenden Flächennutzungsplan, der große Teile des Areals bereits als Sonderbaufläche ausweist. Auch verweist sie auf bestehende Versiegelungen im Gebiet – darunter die Hofstelle mit Tennisplatz. Eine besondere Schutzfunktion im Landschaftsplan sei für das Baugebiet nicht gegeben; nur angrenzend bestehe ein geschützter Landschaftsbestandteil.

Die SPD betont zudem, dass für das Gesamtareal ein übergreifendes Entwicklungskonzept angedacht sei, das sowohl die schulische Nutzung als auch eine perspektivische Wohnbebauung im östlichen Bereich umfasse. Diese Wohnnutzung sei ebenso dringend nötig.

Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen unterstützt die Bebauung des Dünningsbruchs mit einer neuen Gesamtschule – nach eigener Aussage „schweren Herzens“. Entscheidungsgrundlage ist der aus ihrer Sicht akute und kurzfristige Bedarf an Schulplätzen, insbesondere in der Sekundarstufe I. Die Schulentwicklungsplanung der Stadt zeige, dass neue Kapazitäten dringend erforderlich seien.

Die Grünen erklären, dass der ursprünglich präferierte Standort im Schulzentrum Wehringhausen nicht umsetzbar sei, weil dort eine bestehende Förderschule untergebracht sei. Der dafür vorgesehene Ausweichstandort – die August-Hermann-Francke-Schule in der Selbecke – sei für diesen Zweck ungeeignet. Daraus leite sich der Bedarf ab, das Schulzentrum Wehringhausen künftig als Förderschulstandort zu erhalten und auszubauen.

Vor diesem Hintergrund sehen die Grünen im Dünningsbruch den aus schulorganisatorischer Sicht besten verfügbaren Standort: Er biete eine gute Anbindung an Hagen-Mitte und Hohenlimburg sowie ausreichend Fläche für Schule und Sportanlagen.

Gleichzeitig räumt die Fraktion ein, dass die Bebauung mit erheblichen ökologischen Herausforderungen verbunden sei. Deshalb sprechen sie sich dafür aus,

  • die versiegelte Fläche auf ein Minimum zu beschränken,

  • bestehende Bäume und Pflanzen möglichst zu erhalten,

  • eine naturnahe und nachhaltige Schulhofgestaltung umzusetzen.

Zudem sei die Fläche im Bebauungsplan nicht vollständig für eine Bebauung vorgesehen. Die Fraktion betont, dass sie die erforderlichen Umwelt- und Artenschutzprüfungen sehr ernst nehme – diese seien entscheidend für weitere Entscheidungen.

Die FDP-Ratsgruppe lehnt die Bebauung des Dünningsbruchs entschieden ab. Sie betont, dass sie in allen relevanten Gremien gegen das Vorhaben gestimmt habe. Die FDP verweist auf ihre frühere Initiative gemeinsam mit CDU und Grünen, die sich ursprünglich geschlossen für eine vierte Gesamtschule im Schulzentrum Wehringhausen eingesetzt hatten.

Nach Auffassung der FDP sei der Standort Wehringhausen grundsätzlich geeignet gewesen. Die Entscheidung, diesen zugunsten des Dünningsbruchs aufzugeben, sei auf eine kurzfristige Meinungsänderung der CDU und Grünen zurückzuführen, die sich nach Darstellung der FDP „einer eher kurzfristigen Verwaltungsmeinung“ angeschlossen hätten. Die FDP bewertet diesen Kurswechsel kritisch.

Im Kern sieht die FDP die Entscheidung für den Dünningsbruch als nicht notwendig und nicht zielführend an. Sie stellt sich damit klar gegen die Linie der Mehrheit im Rat und spricht sich für eine Rückkehr zur ursprünglich geplanten Lösung in Wehringhausen aus.

Die AfD-Fraktion lehnt die Baumaßnahme an diesem Standort von Beginn an aus ökologischen Gründen ab. Auch in den Vorgremien haben wir mit den Argumenten, welche sich ebenfalls aus Ihrem Einleitungstext oben ergeben, die Zustimmung verweigert

Frage 2: Unterstützt Ihre Partei alternativ die Idee, das Gebiet als Naturpark oder Naherholungsgebiet dauerhaft zu sichern?

CDU Hagen

Die CDU unterstützt die alternative Nutzung des Dünningsbruchs als Naturpark oder Naherholungsgebiet nicht. In ihrer Antwort verweist die Fraktion darauf, dass sich ihre Zustimmung zur Bebauung im Dünningsbruch aus einer sachlichen Abwägung ergeben habe. Sie betont, dass das Gelände im Eigentum einer städtischen Tochtergesellschaft sei und sich als einziger Standort mit ausreichend Fläche, guter Erschließung und schneller Planbarkeit eigne.

Die CDU stellt klar, dass ihre Entscheidung zur Schulbebauung auch gleichzeitig eine Absage an eine alternative Nutzung als Grün- oder Erholungsfläche darstellt. Ein entsprechender Satz in der Antwort lautet:
Das beantwortet sicher gleichzeitig Ihre Frage, ob wir ‚alternativ‘ die Idee unterstützen, das Gebiet als Naturpark oder Naherholungsgebiet dauerhaft zu sichern.“

Damit ist die Haltung eindeutig: Die CDU sieht im Dünningsbruch einen funktionalen Standort für ein dringendes städtisches Infrastrukturprojekt und nicht ein zu sicherndes Naturareal.

Die SPD äußert sich in ihrer schriftlichen Antwort nicht explizit zu dieser Frage. Es gibt keine direkte Stellungnahme zur Idee, das Gebiet „Im Dünningsbruch“ als Naturpark oder Naherholungsgebiet dauerhaft zu sichern.

Allerdings enthält die Stellungnahme mehrere indirekte Hinweise, aus denen sich ableiten lässt, dass die SPD eine solche alternative Nutzung ablehnt:

  • Sie verweist darauf, dass große Teile des Plangebiets im Flächennutzungsplan bereits als Sonderbaufläche für Landesbehörden und Verwaltung ausgewiesen sind.

  • Es gebe keine besonderen Schutzfestsetzungen im Landschaftsplan; nur im Nordosten angrenzend beginne ein geschützter Landschaftsbestandteil.

  • Die SPD beschreibt zudem die Fläche als bereits teilweise versiegelt und bebautunter anderem mit einer Hofstelle und Tennisplatz.

  • Außerdem betont sie die dringende Notwendigkeit der Schulnutzung und weist auf die geplante Wohnbebauung im östlichen Teil des Areals hin.

Diese Argumentation legt nahe, dass die SPD die dauerhafte Sicherung der Fläche als Natur- oder Erholungsraum nicht unterstützt, wenngleich sie dies nicht ausdrücklich formuliert.

Die Grünen erkennen ausdrücklich die hohe ökologische und soziale Bedeutung des Areals „Im Dünningsbruch“ an und betonen, dass der Schutz von Grünflächen und naturnaher Erholungsräume zu ihren zentralen Anliegen gehört. Sie teilen grundsätzlich das Anliegen, innerstädtische Grünräume zu bewahren.

Trotzdem lehnt die Fraktion in diesem konkreten Fall eine dauerhafte Sicherung des Gebiets als Natur- oder Erholungsfläche ab. Die Grünen führen an, dass alle anderen in Betracht gezogenen Flächen bei der Standortsuche für eine Gesamtschule hinsichtlich Verfügbarkeit, Größe, Erreichbarkeit und Eignung nicht die nötigen Voraussetzungen erfüllt hätten.

Deshalb seien sie nach reiflicher Abwägung zu der Einschätzung gekommen, dass die Bebauung im Dünningsbruch aktuell die einzige Möglichkeit darstellt, um dem schulischen Bedarf gerecht zu werden.

Gleichzeitig sprechen sich die Grünen dafür aus, verbleibende Grünflächen in Hagen künftig bestmöglich zu schützen und langfristig für Naherholung und Klimaschutz zu sichern – allerdings nicht am Standort Dünningsbruch, der aus ihrer Sicht bereits anderweitig notwendig sei.

Die FDP spricht sich ausdrücklich und klar für eine alternative Nutzung des Dünningsbruchs als Naturpark oder Naherholungsgebiet aus. Sie bezeichnet diese Idee als absolut zielführend“.

Die Fraktion berichtet, dass sie sich bereits konkret mit dem Vorschlag auseinandergesetzt hat: Es habe ein Termin mit der Biologischen Station stattgefunden, bei dem die entsprechenden Konzepte vorgestellt worden seien. Dieses Engagement unterstreicht die politische Unterstützung der FDP für eine ökologische Aufwertung und den Erhalt des Areals.

Damit nimmt die FDP als einzige Fraktion eine aktiv befürwortende Haltung zur dauerhaften Sicherung des Dünningsbruchs als Natur- und Erholungsfläche ein.

Das würden wir unterstützen, wenn zum Beispiel der Naturschutzbeirat entsprechende Vorstöße macht. Wir sind grundsätzlich für den Erhalt unserer heimischen Natur, wenn es alternative Möglichkeiten gibt. Und diese gibt es. Ich verweise nur als Beispiel auf die – leider – demnächst leerstehende Polizeihochschule. Außerdem sehen wir die Schuldichte dort ebenfalls als ausreichend. Schon jetzt haben die Busse morgens Probleme.

Frage 3: Wie beurteilen Sie die aktuellen Vorabmaßnahmen und das Vorgehen der Wirtschaftsbetriebe und wie möchten Sie zukünftig sicherstellen, dass Entscheidungen transparent und unter Einhaltung demokratischer Beteiligungsverfahren getroffen werden?

CDU Hagen

Die CDU beschreibt die angelaufenen Rodungsmaßnahmen im Dünningsbruch als Teil der notwendigen Erschließung des Baugrundstücks. Sie verweist darauf, dass solche Maßnahmen aus naturschutzrechtlichen Gründen nur außerhalb der Vegetationsperiode (März bis Oktober) durchgeführt werden dürfen. Um keinen Zeitverlust zu riskieren, seien die Arbeiten noch im laufenden Winter erfolgt.

Die Fraktion stellt klar, dass die konkrete Planung und Durchführung dieser Vorabmaßnahmen in der Zuständigkeit des Wirtschaftsbetriebs Hagen (WBH) liege. Diese Aufgaben würden laut CDU gemäß Betrauungsakt eigenverantwortlich und ohne politische Mitwirkung umgesetzt. Auch eine Beteiligung der Anlieger sei auf dieser operativen Ebene nicht vorgesehen.

Die CDU erkennt an, dass dies keine ideale Situation sei, betont aber zugleich, dass ihr als Ratsfraktion aktuell nur begrenzte Handlungsoptionen zur Verfügung stünden. Sollte sich herausstellen, dass der Baugrund ungeeignet ist, müsse man ggf. neu über Standorte nachdenken – derzeit gebe es dafür jedoch keine belastbaren Hinweise.

Zur zukünftigen Sicherstellung von Transparenz oder demokratischer Beteiligung macht die CDU keine konkreten Aussagen.

Die SPD äußert sich in ihrer Antwort nicht konkret zur Durchführung der Vorabmaßnahmen durch den Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH). Es gibt keine explizite Bewertung der Rodungen oder des Umgangs mit dem Beteiligungsprozess.

Darüber hinaus verweist die SPD auf das gesetzlich vorgesehene Beteiligungsverfahren im Rahmen des Bebauungsplans. Sie sichert zu, dass auch dieses Vorhaben nach Recht und Gesetz“ unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt werde. Dabei werde es Gelegenheit geben, Einwände offiziell einzubringen.

Eine konkrete Position zur Rolle der WBH, zum Timing der Maßnahmen oder zur Transparenz im bisherigen Vorgehen wird nicht benannt.

Die Grünen erklären, dass sie sich zu den beschriebenen Vorabmaßnahmen bei der Verwaltung rückversichert haben. Nach deren Auskunft handele es sich bei den Arbeiten nicht um vorbereitende Baumaßnahmen, sondern um reguläre Pflegemaßnahmen, die nicht in direktem Zusammenhang mit dem Bebauungsplanverfahren stünden.

Ungeachtet dessen betont die Fraktion ausdrücklich, dass alle rechtlich vorgegebenen Verfahren eingehalten werden müssen. Bürgerbeteiligung und Transparenz seien für die Grünen unverzichtbare Bestandteile eines demokratischen Planungsprozesses.

Sie sprechen sich daher dafür aus, dass keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden dürfen, bevor die erforderlichen Gutachten vorliegen und die formalen Entscheidungsprozesse abgeschlossen sind. Dies sei für sie eine Grundvoraussetzung für weitere politische Unterstützung.

Damit äußern die Grünen kritische Sensibilität gegenüber übereilten Maßnahmen, ohne der Verwaltung oder dem WBH offen Fehlverhalten zu unterstellen.

Die FDP äußert sich deutlich kritisch zu den durchgeführten Vorabmaßnahmen im Dünningsbruch. Sie gibt an, dass sie über diese Arbeiten nicht oder nur auf Nachfrage informiert worden sei. Aus Sicht der Fraktion ist dieses Vorgehen nicht akzeptabel.

Die FDP hat ihre Ablehnung gegenüber den Maßnahmen bereits klar zum Ausdruck gebracht und fordert, dass sich der Umweltausschuss des Rates mit dem Vorgang befassen soll. Damit bringt sie den Wunsch nach einer politischen Nachkontrolle der Verwaltungshandlungen zum Ausdruck.

Zudem signalisiert die FDP Gesprächsbereitschaft gegenüber der Nachbarschaft: Sie schlägt ein persönliches Treffen vor, um gemeinsam zu besprechen, wie die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner besser vertreten werden können.

Insgesamt macht die FDP deutlich, dass sie eine stärkere politische Kontrolle und mehr Transparenz im Planungsverfahren fordert – sowohl rückblickend als auch mit Blick auf die nächsten Schritte.

Die Entscheidungen sind unserer Meinung nach schon transparent. Ansonsten hätten wir nicht früh genug unseren Standpunkt beziehen können. Eine Vorplanung ist in der Regel unvermeidbar, damit die Politiker aus einer dann erstellten Vorlage erkennen können, was konkret gebaut werden soll und welche Konsequenzen das hat. Fakten dürfen vorab allerdings nicht geschaffen werden. Wir jedenfalls sind nach Studium der Planungen und nach Ortsbesichtigungen zu der Erkenntnis gelangt, dass man dort eher das Gegenteil planen sollte, nämlich ein Naturschutzgebiet

Zusammenfassung:

Vier Fraktionen des Rates der Stadt Hagen haben auf die gestellten Fragen zur geplanten Bebauung „Im Dünningsbruch“ geantwortet: CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP. Die übrigen Fraktionen und Gruppen haben bis zum aktuellen Stand keine Rückmeldung gegeben.

  • CDU, SPD und Grüne befürworten die Bebauung im Grundsatz, verweisen auf den akuten Schulraumbedarf und halten den Dünningsbruch trotz Bedenken für alternativlos.

  • Die FDP lehnt die Bebauung entschieden ab, sieht Planungsfehler, kritisiert einen Kurswechsel bei CDU und Grünen und befürwortet eine dauerhafte naturnahe Nutzung des Areals.

  • Die AfD Hagen lehnt die Bebauung „Im Dünningsbruch“ von Beginn an aus ökologischen Gründen ab und verweist auf bereits in den politischen Gremien vorgebrachte Gegenargumente.

In Bezug auf eine alternative Nutzung als Natur- oder Naherholungsfläche:

  • Nur die FDP unterstützt diese Idee ausdrücklich.

  • CDU und SPD lehnen sie faktisch ab, die Grünen erkennen zwar die Bedeutung an, priorisieren aber den Schulbedarf.

  • Die AfD befürwortet die dauerhafte Sicherung des Gebiets als Natur- oder Naherholungsraum und verweist auf alternative Standorte.

Zur Bewertung der Vorabmaßnahmen durch den Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH):

  • Die FDP kritisiert das Vorgehen klar und fordert parlamentarische Kontrolle.

  • Die Grünen pochen auf Verfahrenstreue, äußern aber ebenfalls Misstrauen gegenüber möglichen Vorfestlegungen.

  • Die CDU verweist auf Verwaltungszuständigkeit und Zeitdruck, ohne das Vorgehen selbst zu bewerten.

  • Die SPD vermeidet eine klare Aussage, betont jedoch, dass die Beteiligung im Bebauungsplanverfahren erfolgen werde.

  • Die AfD hält das Verfahren grundsätzlich für transparent, warnt jedoch vor der Schaffung vollendeter Tatsachen und plädiert für die Prüfung einer Unterschutzstellung des Gebiets.

Kritische Einordnung:

Die politischen Positionen offenbaren zwei gegensätzliche Bewertungslogiken:

  • Auf der einen Seite steht das Argument des schulischen Bedarfs, das CDU, SPD und Grüne als vorrangig einstufen – häufig verbunden mit Verweis auf Verwaltungsdarstellungen, Eigentumsverhältnisse und Zeitdruck.

  • Auf der anderen Seite stehen Argumente für Flächenschutz, Nachhaltigkeit und demokratische Sorgfalt, die vor allem von der FDP und der AFD vertreten – und von den Grünen zumindest ansatzweise geteilt – werden.

Dabei fällt auf:

  • Der Verweis auf „Alternativlosigkeit“ durch CDU, SPD und Grüne erscheint problematisch, da er oft auf verwaltungsinternen Abwägungen basiert, die der Öffentlichkeit nicht transparent gemacht wurden.

  • Die SPD geht in ihrer Antwort in Teilen in eine konfrontative Auseinandersetzung mit der Bürgerschaft, statt auf Augenhöhe Argumente zu prüfen. Persönliche Verweise und Wertungen wirken unangebracht.

  • Die Grünen versuchen, ökologisches Profil mit pragmatischer Schulpolitik zu vereinen, stehen dabei aber sichtbar im Spannungsfeld ihrer eigenen Werte.

  • Die FDP liefert als einzige Fraktion eine klare Gegenposition mit Bezug auf Ökologie, Transparenz und demokratische Kontrolle – allerdings ohne tragfähiges Alternativszenario auf Standortebene.

  • Auch die AfD lehnt die Bebauung ab – mit Verweis auf ökologische Gründe, die sie bereits in Gremienverfahren geäußert habe.

Die Reaktionen der Parteien verdeutlichen, dass es nicht nur um Flächen oder Schulen geht – sondern um die Frage, wie politisch mit Gegenargumenten umgegangen wird, wie offen Verwaltung agiert und welche Rolle sachlicher Dissens im kommunalen Raum noch haben darf.