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Gesamtschule im Dünningsbruch – die richtige Entscheidung für Hagen?

Eine neue Schule. Ein sensibler Standort. Eine Entscheidung mit langfristigen Folgen.

Die Stadt Hagen plant im Dünningsbruch in Eppenhausen den Bau einer fünfzügigen Gesamtschule mit Dreifeldsporthalle.
Doch wie belastbar ist die Bedarfsplanung? Warum wurde gerade dieser Standort ausgewählt? Und welche Folgen hätte die Bebauung für Natur, Menschen und den städtischen Haushalt?
Wir haben uns intensiv mit den Planungsunterlagen, Gutachten und politischen Beschlüssen beschäftigt. Dabei sind grundlegende Fragen entstanden, die eine nachvollziehbare Antwort verdienen.


Machen Sie sich selbst ein Bild.

Duenningsbruch-Bebauung-realbild

Der geplante Eingriff auf einen Blick

Die Visualisierung zeigt die geplante Bebauung im Dünningsbruch mit Schulgebäude, Naturwissenschaftshaus und Dreifeldsporthalle.

Hier wird deutlich, welche Flächen überbaut werden sollen und wie nah das Vorhaben an bestehende Wohn- und Landschaftsbereiche heranrückt.

Wo liegt der Dünningsbruch?

Drei Fragen, die für Hagen entscheidend sind

Schulbedarf, Standortwahl und Auswirkungen – wir prüfen die Planungsgrundlagen und dokumentieren unsere Erkenntnisse.

Braucht Hagen diese Schule – auch langfristig?

Die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen ist aktuell hoch. Aber wie entwickelt sich der Bedarf bis 2040? Und ist dafür eine neue fünfzügige Schule die richtige Lösung?

Warum ausgerechnet im Dünningsbruch?

Im Juli 2025 bestätigte die Stadt, dass noch keine vergleichenden Standortanalysen vorlagen. Welche Alternativen wurden seitdem geprüft und wie wurde die Standortwahl begründet?

Welche Folgen und Kosten hat die Bebauung ?

Wasser, Baugrund, Natur, Verkehr und Kosten: Was wurde untersucht, welche Risiken bleiben offen und welche langfristigen Folgen entstehen für Hagen?

Was unsere Recherchen bereits ergeben haben

Wir haben Planungsunterlagen ausgewertet, offizielle Auskünfte eingeholt und unterschiedliche Planungsstände untersucht. Einige Ergebnisse verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Verstoß gegen klimatische Baugrenze vom RVR

Der Regionalverband Ruhr (RVR) kennzeichnet den Dünningsbruch als klimatisch bedeutsamen Bereich mit Frischluftzufuhr für die Hagener Innenstadt.

Die Planungshinweise des RVR sehen für den Dünningsbruch klimatische Baugrenzen vor und empfehlen ausdrücklich, diese Frischluftbahn von Bebauung freizuhalten.

Standort beschlossen – wesentliche Prüfungen erst in der Zukunft

Der Rat der Stadt Hagen beschloss am 22. Mai 2025, die Planung am Dünningsbruch mit Variante 3b fortzuführen.

Noch am 21. Juli 2025 bestätigte die Stadt schriftlich, dass weder vergleichende Standortanalysen noch naturschutzfachliche Abwägungen vorlagen.

Geschützter Feuchtwald – Wasserhaushalt und Windschutz gefährdet

Der Dünningsbruch umfasst einen geschützten Waldbestand mit Feuchtstellen und Tümpeln.

Direkt am Waldrand ist ein großer Regenrückhaltekanal vorgesehen. Dieser verändert Wasserzuflüsse aus dem höher gelegenen Gelände. Eingriffe in die schützende Waldkante werden zudem Windwurf und Austrocknung begünstigen.

Grundwasser nur geschätzt – keine Langzeitmessungen

Die Baugrunduntersuchungen fanden lediglich im September und Oktober 2025 statt. Der tatsächliche Grundwasserspiegel wurde nicht ermittelt, sondern auf 3 bis 4 Meter Tiefe geschätzt.

Der Gutachter erwartet zudem zeitlich und räumlich schwankendes Schichtwasser. Eine langfristige Messreihe zur Beurteilung des Wasserhaushalts enthält das Gutachten nicht.

Schwieriger Baugrund – erhebliche Kostenrisiken

Das Baugelände weist ein starkes Gefälle und bereits in geringer Tiefe schwer lösbaren Fels auf. Das städtische Baugrundgutachten bezeichnet die unterschiedlichen Gründungstiefen ausdrücklich als problematisch und empfiehlt zusätzliche Untersuchungen.

Aufwendige Gründungsarbeiten und umfangreiche Felsaushubmaßnahmen bergen erhebliche Baukostenrisiken.

Harter Fels – Gebäudeschäden zu erwarten

Das Baugrundgutachten bestätigt schwer lösbaren Fels bereits in geringer Tiefe. Für den geplanten Entwässerungskanal muss voraussichtlich mindestens vier Meter tief in den harten Fels eingegriffen werden.

Der Gutachter rechnet mit schweren Felsmeißelarbeiten und schließt Beeinträchtigungen von Gebäuden im Umkreis ausdrücklich nicht aus. 

Starkregen - Hochwasserrisiko für Halden ungeklärt

Der Wirtschaftsbetrieb Hagen hat bereits dokumentiert, dass die Gewässer im Bereich Dünningsbruch nur geringe hydraulische Kapazitäten aufweisen.

Dennoch soll das Regenwasser der geplanten Schule gesammelt, zurückgehalten und anschließend in den Haldener Bach eingeleitet werden.

Dass dadurch bei extremem Starkregen keine zusätzliche Überschwemmungsgefahr für die tieferliegenden Gebiete in Halden entsteht, ist in den bislang vorliegenden Planungsunterlagen nicht nachgewiesen.

Schulbedarf - Neubau auf Basis einer veralteten Prognose von 2020

Bereits 2023 erklärte die Stadt Hagen zweimal ausdrücklich, dass eine Aktualisierung ihrer Schulbedarfsprognose „zwingend erforderlich“ sei. Die Berechnungsannahmen von 2020 seien unzureichend, unterschiedliche Entwicklungsszenarien fehlten.

Dennoch stützt sich die Planung weiterhin auf diese veraltete Prognose, überholte Annahmen und überschlägige Hochrechnungen. Eine belastbare langfristige Bedarfsprognose über 2030 hinaus ist bislang nicht dokumentiert.

Keine Förderung trotz Haushaltskrise – wer bezahlt?

Die Stadt Hagen plant für 2026 und 2027 Haushaltsdefizite von insgesamt rund 159 Millionen Euro und steht weiterhin unter Haushaltssicherung.

In einer schriftlichen Antwort erklärt die Verwaltung, dass ihr spezielle Fördermittel für Schulform oder Zügigkeit nicht bekannt sind.

Wie die erheblichen Bau-, Erschließungs- und langfristigen Folgekosten der Gesamtschule finanziert werden sollen, ist in den bislang geprüften Unterlagen nicht nachvollziehbar dargelegt.

Worauf stützen wir uns?

Das Informationssystem ALLRIS der Stadt Hagen (https://allris.hagen.de/public/tr010) dient der transparenten Bereitstellung kommunalpolitischer Unterlagen und Entscheidungen für die Öffentlichkeit. Es ermöglicht den Zugriff auf Sitzungskalender, Beschlussvorlagen, Protokolle und Anlagen aus den Gremien der Stadt – wie z. B. Rat, Ausschüsse oder Bezirksvertretungen. Bürger*innen können dort recherchieren, welche Themen aktuell beraten oder beschlossen wurden, und erhalten Einsicht in die zugrunde liegenden Dokumente – etwa zu Bebauungsplänen, Infrastrukturmaßnahmen oder haushaltsrelevanten Entscheidungen. Auch das Bebauungsplanverfahren Nr. 4/24 (719) Gesamtschule Dünningsbruch ist hier vollständig dokumentiert. Das System ist ein wichtiges Werkzeug zur nachvollziehbaren und überprüfbaren kommunalen Entscheidungsfindung.

Lebensraum Dünningsbruch

Über die Bürgerinitiative Halden-Eppenhausen e.V.

Wir setzen uns für eine verantwortungsvolle Stadtentwicklung in Hagen ein.

Hinter „Lebensraum Dünningsbruch“ stehen engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich im Rahmen der überparteilichen Bürgerinitiative Halden-Eppenhausen e. V. mit der geplanten Bebauung auseinandersetzen. Wir stellen nicht den Bedarf an guten Schulen infrage. Wir hinterfragen, ob der Dünningsbruch der richtige Standort ist – ökologisch, städtebaulich und wirtschaftlich. Dafür prüfen wir Planungsunterlagen, werten Gutachten aus, hinterfragen Entscheidungen und machen unsere Erkenntnisse öffentlich zugänglich. Unabhängig, sachlich und auf Grundlage nachvollziehbarer Fakten.

Unser Anliegen: Eine Entscheidung, die auch langfristig gut für Hagen ist.

Kommen Sie mit uns ins Gespräch!

Wir treffen uns am zweiten Mittwoch des Monats um 18:30 Uhr im Vereinsheim Hagen 11 / Emster Treff, Haßleyer Straße 53 in Hagen.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich zu informieren, Fragen zu stellen und mit uns ins Gespräch zu kommen.

Aktuelle Entwicklungen Rund um den Dünningsbruch

Stellungnahme und Eindrücke | BUND Kreisgruppe Hagen