Am 6. Mai 2025 hat der Naturschutzbeirat der Stadt Hagen in seiner Sitzung NB/03/2025 einstimmig gegen die geplante Bebauung im Dünningsbruch gestimmt. Damit positionieren sich alle anwesenden Vertreter der Naturschutzverbände – darunter LNU, BUND, NABU, SDW und weitere – geschlossen gegen die Variante 3b des Bebauungsplans Nr. 4/24 (719). Die Entscheidung wurde mit einer Reihe fundierter und fachlich gravierender Argumente begründet.
Die zentralen Gründe für die Ablehnung:
1. Hochwertiges Biotop in sensibler Lage
Das Plangebiet ergänzt den bestehenden geschützten Landschaftsbestandteil Dünningsbruch und hat eine wichtige ökologische Funktion für den Biotopverbund, die Artenvielfalt und die Frischluftversorgung des Stadtgebiets.
2. Kritische wasserwirtschaftliche Funktion
Die Fläche dient als natürliche Sickerzone und Wasserspeicher:
- Sie puffert Starkregenereignisse,
- speist dauerhaft den Auenwald des angrenzenden Schutzgebiets,
- versorgt die Quellen des Haldener Bachs und des Wiesenbachs.
Die geplante vollständige Versiegelung der westlichen Fläche sowie die Ableitung des Oberflächenwassers in ein technisches Rückhaltesystem unterbrechen diese natürlichen Kreisläufe. Das Rückhaltesystem ist nicht zur naturnahen Versickerung geeignet.
3. Eingriffe in Wald und Eichenaltbestand
Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht wären Eingriffe in den angrenzenden Waldbestand erforderlich. Zusätzlich ist der wertvolle Eichenaltbestand südlich der Straße Im Dünningsbruch gefährdet.
4. Verlust einer klimatisch relevanten Frischluftschneise
Das Areal erfüllt eine wichtige Funktion für die Durchlüftung des Hagener Stadtgebiets. Die Bebauung würde diese Frischluftschneise unwiederbringlich unterbrechen – mit negativen Folgen für das Mikroklima in einem bereits stark belasteten Stadtteil.
Abstimmungsergebnis
Die Entscheidung erfolgte einstimmig:
9 Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen, 0 Enthaltungen.
Fazit
Der Naturschutzbeirat lehnt die Bebauung aus fachlich nachvollziehbaren Gründen ab. Die Planung steht im Widerspruch zu naturschutzrechtlichen Anforderungen, wasserwirtschaftlichen Zusammenhängen und den städtischen Klimaschutzzielen. Die Einschätzung ist klar: Der Standort Dünningsbruch ist ökologisch nicht vertretbar – und sollte als Schulstandort nicht weiterverfolgt werden.