Eröffnung der Gesamtschule und der Umzug der Fachhochschule Südwestfalen im gleichen Jahr?
Ausgangslage
Die Stadt Hagen plant die Errichtung einer neuen Gesamtschule im Bereich „Im Dünningsbruch“. Grundlage dafür ist das Bebauungsplanverfahren Nr. 4/24 (719), das eine fünfzügige Gesamtschule mit einer Dreifeld-Sporthalle auf einer ca. 20.000 m² großen Teilfläche vorsieht. Die Fertigstellung ist nach derzeitiger Einschätzung für die Jahre 2030/2031 anvisiert.
Parallelentwicklung: Der Umzug der Fachhochschule
Wenig beachtet in der bisherigen öffentlichen Diskussion, aber von erheblicher Relevanz ist ein anderer, zeitlich paralleler Vorgang: Der geplante Umzug der Fachhochschule Südwestfalen vom Standort Berchumer Straße an den neuen Hochschulcampus bei der FernUniversität. Die betroffenen Gebäude liegen direkt gegenüber des geplanten Schulneubaus.
Mit dem Wegzug der Hochschule entstehen umfangreiche Flächenpotenziale: Lehrgebäude, Parkplätze, Infrastruktur. Eine Nachnutzung dieser Flächen ist bisher nicht Bestandteil der öffentlichen Planungsunterlagen für die Gesamtschule.
Kritische Fragen zum Planungstiming
Diese Parallelität wirft eine Reihe von Fragen auf, die bisher nicht öffentlich beantwortet wurden:
- Warum wird ein völlig neuer Schulcampus im Grünen geplant, wenn auf der anderen Seite der Straße ein kompletter Bildungsstandort zurückgebaut wird?
- Gab es eine Prüfung der Nachnutzung der bisherigen FH-Gebäude für schulische Zwecke?
- Ist eine Zwischennutzung vorgesehen? Oder steht eine über Jahre leerstehende Fläche gegenüber einem neu versiegelten Naturraum?
- Wie passt dieses Vorgehen zur politischen Zielsetzung der Stadt, Innenentwicklung vor Außenentwicklung zu betreiben und Flächenverbrauch zu minimieren?
Planung ohne Synchronisierung
Die bislang bekannten Unterlagen zur Vorstudie der Gesamtschule enthalten keinen Bezug zum geplanten Hochschulumzug. Es scheint, als würden zwei bedeutende Infrastrukturprojekte unabhängig voneinander geplant, obwohl sie sich direkt gegenüberliegen und sich planerisch mühelos verzahnen ließen.
Fazit
Der geplante Schulneubau im Dünningsbruch fällt exakt in den Zeitraum, in dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein voll funktionsfähiger Bildungsstandort frei wird. Eine nachvollziehbare Begründung, warum diese Flächen nicht in die Standortprüfung einbezogen wurden, liegt bisher nicht vor. Die Frage steht im Raum, ob hier aus rein verfahrensorganisatorischen oder politischen Gründen am falschen Ort investiert wird. Eine sorgfältige Abstimmung beider Entwicklungen wäre aus städtebaulicher, ökologischer und haushalterischer Sicht dringend geboten.
Dieser Sachverhalt verlangt Aufklärung.