Hohenlimburg braucht eine Gesamtschule – und zwar dringend. Eltern fordern sie, Kinder verdienen sie, und der Stadtteil wartet seit Jahren darauf. Statt aber eine schnelle, pragmatische und konfliktfreie Lösung voranzutreiben, verrennt sich die Politik in ein Bauvorhaben im Dünningsbruch – mitten in einem hochsensiblen Bereich für die Natur und das Stadtklima der Innenstadt. Schon jetzt ist klar, dass das Bauvorhaben mit enormen ökologischen und juristischen Risiken ist.
Dabei liegt die Lösung längst vor Augen: das ehemalige Schwimmbadgelände am Kirchberg.
Ein Gelände, das bereitliegt
Wer heute am alten Kirchenberg-Freibad vorbeigeht, sieht eine große, ungenutzte Brachfläche. Über 33.000 Quadratmeter warten darauf, einer sinnvollen Nutzung zugeführt zu werden. Die Fläche liegt zentral in Hohenlimburg, ist von zwei Seiten erschlossen und bereits im Bauplanungsrecht als Gemeinbedarfsfläche vorgesehen.
Der entscheidende Unterschied zum Dünningsbruch: Am Kirchberg müsste kein einziger Baum gefällt, kein Stück Natur zerstört werden. Es handelt sich um eine bereits versiegelte Fläche. Dort könnte sofort gebaut werden – ohne jahrelange Gutachten, ohne langwierige juristische Auseinandersetzungen.
Und: Der Eigentümer hat längst signalisiert, dass er bereit ist, die Fläche für eine Gesamtschule bereitzustellen.
Ein Bildungs-Campus statt Insellösung
Der Standort hat noch einen weiteren Vorteil: In unmittelbarer Nähe stehen bereits das Kirchbergstadion, die Realschule und das Gymnasium Hohenlimburg. Kurze Wege zu Sportanlagen, Synergien mit bestehenden Schulen, eine logische Weiterentwicklung zu einem modernen Bildungs-Campus. Zudem soll die Grundschule im Kley in das Gebäude der ehemaligen Hauptschule Hohenlimburg umziehen was einen Bildungscampus weiter stärkt.
Umso unverständlicher ist es, dass dieser Standort politisch nie ernsthaft diskutiert wurde. Während die Verwaltung davon spricht, sich „alle Flächen angesehen“ zu haben, blieb das Kirchbergstadion samt Freibadgelände außen vor. Ein Versäumnis, das schwer wiegt – und zeigt, wie selektiv die Standortsuche tatsächlich geführt wurde.
Schulpolitisch die einzig logische Wahl
Noch gravierender als die Flächenfrage ist jedoch die schulpolitische Dimension:
- Unzureichende Bildungsvielfalt: Hohenlimburg bietet nur Gymnasium und Realschule. Eine Gesamtschule, Hauptschule oder Sekundarschule fehlt völlig.
- Wahlfreiheit bleibt Illusion: Eltern müssen entweder auf eine leistungsorientierte oder eine mittlere Schulform setzen. Ein durchlässiger Bildungsweg fehlt.
- Kinder mit unsicherer Entwicklung oder Zugezogene: Für sie wäre eine Gesamtschule der entscheidende Ort, um auch auf Hauptschulniveau einzusteigen – ohne Brüche, ohne Stigmatisierung.
- Soziale Ungleichheit wächst: Gerade Kinder aus bildungsferneren Haushalten oder mit Migrationshintergrund haben ohne Gesamtschule keine echte Chance auf Durchlässigkeit.
- Familien weichen aus: Viele müssen ihre Kinder in andere Stadtteile oder sogar außerhalb Hagens einschulen – mit allen Belastungen für Verkehr, Organisation und Bindung an den eigenen Stadtteil.
Eine wohnortnahe Gesamtschule in Hohenlimburg ist deshalb nicht nur wünschenswert, sondern dringend notwendig, um den Stadtteil zukunftsfähig zu machen und Bildungsgerechtigkeit zu sichern.
Das einzige Gegenargument – und warum es keines ist
Bleibt die Frage: Was ist mit den Schülerinnen und Schülern aus Hagen-Mitte?
Die Antwort ist einfach und lässt sich schnell mit einem Routenplaner berechnen: Der Unterschied beträgt gerade einmal drei Minuten Fahrtzeit.
- Hagen-Mitte → Dünningsbruch: rund 8 Minuten.
- Hagen-Mitte → Kirchberg: rund 11 Minuten über die A46.
Drei Minuten mehr – für eine Lösung, die konfliktfrei, sofort realisierbar und schulpolitisch die einzig logische Wahl ist. Ihn allein wegen dieses minimalen Zeitunterschieds zu verwerfen, ist kaum nachvollziehbar.
Dünningsbruch: Ein Bau auf Kosten der Natur
Im Gegensatz dazu bedeutet der Bau im Dünningsbruch einen tiefen Eingriff in ein ökologisch wertvolles Gebiet. Rodung, Versiegelung, Zerschneidung von Naturflächen – ein Projekt, das in Zeiten von Klimakrise und Nachhaltigkeitsdebatten rückwärtsgewandt wirkt. Zudem wächst der Widerstand der Bevölkerung täglich.
Das Risiko: Statt einer schnellen Lösung droht ein jahrelanges Polit- und Juristengerangel. Verlierer wären die Kinder, die Eltern und der gesamte Stadtteil.
Fazit: Verantwortung statt Verzögerung
Die Fakten sind eindeutig:
- Kirchberg ist größer.
- Kirchberg ist baureif.
- Kirchberg zerstört keine Natur.
- Kirchberg hat einen Eigentümer, der will.
- Kirchberg löst ein schulpolitisches Defizit.
- Kirchberg ist der einzige Standort, an dem sofort begonnen werden könnte.
Die Politik aber verschließt die Augen und verliert sich in einem riskanten Projekt im Dünningsbruch. Das ist nicht nur unverständlich – es ist verantwortungslos.
Hohenlimburg braucht die Gesamtschule jetzt!
Und sie gehört dorthin, wo die Fläche längst bereitsteht: an den Kirchberg.
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