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Trojanisches Pferd?

Die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans liefert das Anschauungsmaterial

Der Begriff vom „Trojanischen Pferd“ wird genutzt nicht aus Polemik, sondern aus Sorge. Denn was auf den ersten Blick wie ein Schulstandort wirkt, zeigt sich bei näherer Betrachtung als Einstieg in eine deutlich umfassendere Flächeninanspruchnahme – mit Schulgebäude, Turnhalle, Erschließung und zusätzlicher Wohnbebauung.

Die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans liefert dafür das passende Anschauungsmaterial:

  • Wohnprüffläche W MITTE-01 („Im Dünningsbruch“) mit 8,4 ha,
  • städtebauliche Entwurfsvarianten, die über das Maß einer reinen Visualisierung hinausgehen,
  • ein gemeinsames Energiekonzept für Schule, Sporthalle und Wohngebiet,
  • und Verkehrsführungen, die bereits im Detail durchgeplant erscheinen.

All das geschieht im Rahmen eines Planverfahrens, das formal noch offen ist – aber in der praktischen Darstellung bereits eine klare Richtung andeutet.

Genau deshalb ist Wachsamkeit geboten, ohne den Dialog abzubrechen.
Denn was hier unter dem Etikett „Schule“ beginnt, darf nicht zur Legitimationsfläche für eine verdeckte Ausweitung von Baugebieten werden – ohne ernsthafte Alternativen zu prüfen.

So sähe das Gesamtkonzept Dünningsbruch mit Gesamtschule und Wohnbebauung auf Basis der jeweiligen Planungsvisualisierungen aus:

Hagen Duenningsbruch Wohnbebauung

Was nachdenklich stimmt

Besonders irritierend ist aus unserer Sicht ein Detail in den öffentlich zugänglichen Planungsunterlagen:
Im Informationstext auf dem offiziellen Planungssheet zur städtebaulichen Variante wurde nicht erwähnt, dass es sich bei der Gesamtschule um ein laufendes Prüfverfahren handelt. Stattdessen liest sich der Text so, als sei die Errichtung der Schule bereits politisch im Dezember 2024 beschlossen – ohne Hinweis auf die tatsächliche Beschlusslage im Rat, der im Dezember 2024 lediglich die Einleitung eines Prüfverfahrens beschlossen hat.

Diese Formulierung mag unbeabsichtigt gewesen sein – aber sie entfaltet Wirkung:
Sie vermittelt das Bild eines bereits beschlossenen Bauvorhabens – während Beteiligung und Abwägung noch laufen sollten. Genau solche Widersprüche untergraben Vertrauen und erzeugen den Eindruck, dass Verfahrensergebnisse möglicherweise vorweggenommen werden, bevor sie abgeschlossen sind.

Wenn eine Kommune den Bildungsbedarf nutzt, um in ökologisch wertvollen Räumen klammheimlich Wohngebiete durchzusetzen, ist das kein Beitrag zur Stadtentwicklung – sondern eine Form politischer Taktik, die demokratische Verfahren zur Fassade degradiert.

Wir sagen:
🛑 Schluss mit den Nebelkerzen!
📢 Transparenz statt Machtkalkül!
🌳 Schutz von Natur, Vertrauen und Beteiligung!

Das ergebnisoffene Prüfverfahren abwarten und keine weiteren Pläne machen.


Hinweis: Die vollständigen Planunterlagen und Fundstellen zum Bebauungsplan sowie zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans finden Sie unter:

https://www.hagen.de/dateien/aus-dem-rathaus/stadtentwicklung/flaechennutzungsplanung/neuer-ordner-40/neuer-ordner-43/entwurf-im-dnningsbruch-hinweis.pdf

https://www.hagen.de/aus-dem-rathaus/stadtentwicklung/flaechennutzungsplanung


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